OPC/Traubenkernextrakt

Hier erfährst Du mehr über Traubekernextrakt und die darin enthaltenen oligomeren Procyanidinen (OPC) oder Proanthocyanidinen. Es geht hierbei um eine natürliche Substanz, die, wie der geläufige Name Traubekernextrakt schon sagt, in den Kernen von Trauben vorkommt. Aber auch in Kokosnüssen, Lärchenholz und Äpfeln kommen OPC vor. Wir werden den aktuellen Stand der Forschung zum Thema OPC beleuchten und Dir aufzeigen, was dieser Wirkstoff des Traubenkernextrakt bisher in verschiedenen Studien leisten konnte. Wir zeigen Dir dabei was OPC bewirkt hat, und um welche Art der Studie es sich handelt. Das ist ein ganz wichtiger Faktor um später eine gut informierte Kaufentscheidung treffen zu können.

Viele weitere Infos zum Thema OPC erhältst Du am unteren Ende dieser Seite.

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Was ist OPC?

Wenn man über Traubenkernextrakt oder OPC redet, muss man zuerst einmal über Catechine sprechen. Hierbei handelt es sich um natürliche, sekundäre Pflanzenstoffe, die genauer gesagt zur Gruppe der Flavonoide (Unterart Flavanole) gehören. Flavonoide sind universell in Pflanzen auf der Erde vorhanden, kommen also auch in unserer täglichen Nahrung vor. Einigen von ihnen werden besonders antioxidative Eigenschaften zugesprochen.
Das wohl bekanntesten Catechine im Nahrungsergänzungsbereich für Fitnesssportler dürfte das Epigallocatechingallat (EGCG) sein. Es wird hauptsächlich in Produkten verkauft, die auf dem Extrakt des grünen Tee basieren.
Wenn zwei (Dimere) oder drei (Trimere) dieser Catechine verbunden sind, spricht man von einem OPC, es ist also eine Kette von Catechinen. Sobald Catechine in einer solchen Kette verbunden sind, verändert sich die Wirkung auf den Körper gegenüber der von einzelnen Catechinen.

Ist OPC ein Vitamin?

Noch heute wird auf speziellen Blogs, die eine Wunderwirkung von OPC beschreiben, die Bezeichnung Vitamin P oder P1 verwendet. Diese Bezeichnung ist verwirrend, weil sie dem Leser vortäuscht OPC wäre für den Körper und seine normale Funktion notwendig. Dem ist aber nicht so. Wenn Du auf die Bezeichnung Vitamin P1 stößt, solltest Du den weiteren Text dieser Quelle zu OPC mit Vorsicht genießen. Hier wird oft versucht den Anschein von Wunderwirkungen und „Heilung“ verschiedener Krankheitsbilder zu erwecken, und das, ohne wissenschaftlichen Hintergrund.

Keine gesundheitsgezogenen Angaben erlaubt

Die Regelungen in der EU, was gesundheitsbezogene Angaben angeht, werden regelmäßig überprüft und zu bestimmten Stoffen, wenn nötig, verschärft. Aufgrund dessen ist es aktuell nicht möglich auch nur irgendeine Aussage zu OPC zu treffen, ohne möglicherweise mit dem EU Recht in Konflikt zu geraten. Wir stellen Dir hier deshalb nur die aktuelle Forschungslage vor.

OPC – Antioxidant

Freie Radikale, und die ihnen ähnlichen ROS, sind sehr reaktionsfreudig. Sie können in Deinem Körper innerhalb und außerhalb von Zellen mit Stoffen reagieren. Sie können toxisch (giftig) für Teile Deines Erbgutes sein und auch mit Fettsäuren und Proteinen reagieren. Dieser sogenannte oxidative Stress kann sogar Deine Zellen beschädigen. Dass oxidativer Stress Krankheiten auslöst, wird durch zahlreiche Korrelationen bei Studien nahegelegt. Die Erkenntnisse dazu sind aber noch nicht handfest.

Stärker als Vitamin C und E?

Oft wird behauptet, dass OPC ein viel stärkeres Antioxidant sei, als es die bekannten Vitamine C und E wären. Oft wird mit großen Zahlen um sich geworfen (30mal stärker…). Fakt ist zwar, dass OPC in vitro (in einem Reagenzglas; Zellkultur) eine größere antioxidative Wirkung als Vitamin E und C hatte, der Unterschied war aber keinesfalls so gewaltig, wie häufig beschrieben.
Das Level der Wirkstärke war dem vom Vitamin-E Derivat Trolox (6-Hydroxy-2,5,7,8-tetramethylchroman-2-carbonsäure) sehr ähnlich.
Auch ist OPC nicht das Antioxidant mit dem größten Potential, hier steht das Carotenoid Haematococcus astaxanthin noch deutlich weiter oben in der Messskala. Das vom Menschen selbst produzierte Hormon Melatonin hat ebenfalls ein stärkeres Potential für eine antioxidative Wirkung als OPC. Hier in Euphorie zu verfallen wäre also etwas verfrüht, Texte die sich so äußern sind zumindest fragwürdig.

Das Problem liegt in der Verarbeitung des OPC durch den menschlichen Körper. OPC liegt in seiner antioxidativen Wirkung, deutlich vor der seiner Bestandteilen, den Catechinen. Leider bleibt das OPC nur bis die ersten Abbau- und Aufspaltungsprozesse anfangen intakt. Bei der Passage durch den Darm und die Blutbahn wird ein großer Teil des OPC abgebaut und dadurch die gesamte antioxidative Wirkung stark abgeschwächt.
Die Studien an Menschen die es gab, zeigen aber das verschiedene Marker, zum Beispiel der Glutathionwert, darauf hinweisen, dass der oxidative Stress gemindert wird. Da oxidativer Stress das Risiko für Gefäßverkalkung erhöht sollte man die Entwicklung in diesem Bereich auf jeden Fall im Auge behalten.
Insgesamt kann man aber sagen, dass es noch zu viele unbekannte Faktoren gibt und die Probandengruppen sehr speziell (Übergewichtig, Diabetiker) waren, um eine endgültige Aussage zu treffen. Ein Umlegen auf den Menschen und die Allgemeinheit wäre hier noch zu früh, die positive Grundstimmung in Hinsicht der antioxidativen Wirkung ist aber sicher nicht von der Hand zu weisen.

OPC und Körperfett

Auf den Abbau von Körperfett soll OPC ebenfalls Einfluss nehmen, auch hier wird sehr oft von „Wissenschaftlichen Erkenntnissen“ und „soliden Studienergebnissen“ geredet. Leider muss man ganz klar sagen, dass die Ergebnisse auf in vitro Studien mit Zellkulturen basieren.
Hier aktivierte OPC die Proteinkinase A innerhalb von Fettzellen. Die körpereigenen und fettfreisetzende Hormone wie Noradrenalin aktivieren die Proteinkinase A ebenfalls, hier wirkt ein Zusammenhang also zuerst schlüssig. Des Weiteren wurde OPC eine unterdrückende Wirkung auf PPARγ nachgewiesen. PPARY und seine vermehrte Aktivität stehen im Zusammenhang mit Übergewicht, eine dämpfende Wirkung könnte also positive Folgen auf den Aufbau von neuem Fettgewebe bei Menschen mit Übergewicht haben.
Die Ernüchterung erfolgt, wenn man das Ganze ein paar Schritte weiter denkt. Wie wir bei der antioxidativen Wirkung schon beschrieben haben, ist es so, dass OPC den Weg durch unser Verdauungssystem bis ins Blut nicht unbeschadet übersteht. Es liegt also die Vermutung nahe, dass beim Menschen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, wenn überhaupt eine Wirkung eintritt, nicht die gleiche Wirkstärke vorliegt wie bei den in vitro Versuchen.

Wundheilung

Bei Wundheilung und dessen Beschleunigung trifft man in Blogs und auf Seiten von Naturheilkundlern regelmäßig auf OPC. Als Wirkstoff soll es einen positiven Einfluss auf den Fortschritt dieser Wundheilung haben. In Studien mit Tieren waren die Versuchsergebnisse mit einer Creme die OPC enthielt vielversprechend. Auch eine placebokontrollierte Studie an Menschen, die eine normmale Wundcreme und eine mit OPC (2%) enthielt, brachte positive Ergebnisse hervor.
Die Forscher stellten eine signifikant höhere Zelldichte und stärkere Bildung von Bindegewebe fest. („….increased cell density and increased deposition of connective tissue…“).
Die bisherigen Ergebnisse reichen aber noch nicht aus, um hier gesundheitsbezogene Angaben machen zu dürfen.

Symptome der Wechseljahre

Das Thema OPC und dessen Wirkung auf die Beschwerden, unter denen Frauen während der Menopause leiden, wurde sogar schon in Humanstudien unter die Lupe genommen.
Hierbei sticht vor allem eine Studie heraus. Sie stammt aus dem Jahr 2014 und untersuchte 96 Frauen zwischen 40 und 60 Jahren. Die Studie benutzte ein Placebo zur Kontrolle und hatte insgesamt 3 Gruppen. 1 Gruppe bekam das Placebo, die zweite Gruppe 100mg OPC und dritte Gruppe 200mg OPC pro Tag. Der Zeitraum der Studie war auf 8 Wochen festgelegt. Eine erste Befragung der Probanden erfolgte nach 4 Wochen. Hierbei zeigte sich das OPC in beiden Dosierungen Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Hitzewallungen und innere Unruhe reduzierte.
Auch wenn es sich hierbei um eine vielversprechende Humanstudie handelt, reichen ihre Ergebnisse noch nicht aus, um sie als Wirkung von OPC zu deklarieren.

Atemwegserkrankungen

Hier kommen wir langsam zu den angeblichen Wirkungen von OPC, die nur schwer nachzuvollziehen sind. Wir konnten zwar Tierversuche finden, die eine solche Wirkung aufzeigten, allerdings ist die Übertragbarkeit auf den Menschen nicht sehr naheliegend und Forschungen auf dem Gebiet sind bisher nicht abgeschlossen. In den beschriebenen Versuchen zeigte OPC zum Beispiel bei Mäusen mit Asthma einen reduzierenden Effekt auf die proentzündlichen Immunzellen in der Lunge. Bei einer anderen Studie an Mäusen verringerten sich die Anzeichen einer Strukturveränderung der Lungenbläschen wie man sie bei Asthmaerkrankungen häufig findet. Da es keine Studien mit Menschen gibt, muss man hier deutlichen Abstand von einer Aussage bezüglich positiver Effekte von OPC nehmen.

Durchblutung der Beine

Menschen, hauptsächlich Frauen, die unter geschwollenen beinen durch langes sitzen leiden, wird das eine oder andere Mal OPC zu Linderung ihrer Beschwerden empfohlen. Es gibt nur eine Studie, die dieser Empfehlung etwas Halt gibt, in der genau dieser Sachverhalt untersucht wurde.
Hierbei wurde mit 2 verschiedenen Dosierungen OPC gearbeitet (130mg/täglich und 400mg/täglich) und die Linderung der Beschwerden nahm mit der Höhe der OPC Dosierung zu. Hier lässt sich also eine Korrelation feststellen. Ob hier wirklich ein kausaler Zusammenhang besteht, werden weitere Studien zeigen. Aussagen aufgrund einer Studie zu treffen, wäre alles andere als seriös, die EU sieht das genauso.

Herzkreislauf System

Eine der häufig beworbenen Eigenschaft von OPC ist die positive Wirkung auf das kardiovaskuläre System. Hierzu gab es mehrfach klinische Studien, die auch schon durch Meta-Analysen zusammengefasst wurden. Diese Meta-Analysen kamen zu dem Schluss, dass OPC zwar eine sehr leichte Wirkung auf den Herzschlag und den systolischen Blutdruck hat, man konnte aber in anderen häufig beworbenen Zwecken keine Wirkung unter Beweis stellen. Hierzu zählen der Einfluss auf den Gesamtcholesterinspiegel, auf LDL oder HDL Spiegel und auf das c-Reaktive Protein.
Dieses Protein kann als Maß für das Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen herangezogen werden. Diese große Meta-Analyse zog 9 Studien zu OPC heran und konnte keine großen Vorteile für das Herzkreislaufsystem finden. Hier kann man also ebenfalls die Hoffnungen und Erwartungen an OPC auf 0 stellen.

Die Aufnahme von OPC

OPC wird bei seiner Verarbeitung durch den Körper stark verstoffwechselt und dabei in seine einzelnen Bauteile, die Catechine, und anderen Stoffwechselprodukten zerlegt. Wenn man betrachtet, dass die Ergebnisse der Tierversuche hier deutlich von den Humanversuchen abweichen, ist die Vermutung naheliegend, dass es diese Verarbeitung ist, die OPC einem Teil seiner potentiellen Wirkstärke beraubt.

OPC-Vielversprechend aber nicht Handfest

Als Abschließendes Fazit kann man feststellen, dass OPC eine vielversprechende Substanz ist, die in einigen Bereichen schon interessante und auch vielversprechende Ergebnisse geliefert hat. Man muss aber auch sagen, dass es noch einer Menge Forschungsarbeit bedarf, bis dafür auch entsprechende Aussagen getätigt werden dürfen. So bleibt nur zu sagen, dass es nach aktueller Forschungslage keine Aussagen gibt, die man betreffend OPC und seiner Wirkung auf die menschliche Gesundheit treffen darf. Die vorhandenen Studien haben die entsprechenden Behörden nicht überzeugt und auch wir sind in den meisten Bereichen der gleichen Meinung.


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